Höhenprofil Etappe 08
8. Etappe - Satellitenansicht der tatsächlich gefahrenen Strecke
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Für heute hatten wir Großes vor. Wie groß, das war uns am Morgen aber noch gar nicht so richtig bewußt - obwohl wir es uns eigentlich schon hätten denken können.

Stefan war also gestern abend zu uns gekommen: "Wenn wir das so fahren, wie es in der Routenbeschreibung steht, dann fahren wir am Abend 500 Hm runter (nach Limonetto), die wir am nächsten Morgen wieder hoch müssen. Schau'n wir doch lieber, daß wir beide Etappen auf einmal fahren und dann einen Tag länger am Meer sind."

Und wieviel ist es dann insgesamt, ohne den Abstecher nach Limonetto? - "So ungefähr 85 km und etwas über 2.700 Hm."

Das klang jetzt nicht nach übermäßig viel... dachten wir...

Andererseits waren uns die Achim-Zahn-Etappen nie wirklich kurz vorgekommen. Sicher, wir hatten immer ausgiebige Pausen gemacht und nie auf die Uhr geschaut, aber wir waren auch nie schon am frühen Nachmittag in der Sonne vor der Hütte gesessen. Wenn also Achim Zahn eine Strecke in zwei Etappen aufteilt, dann hätten wir uns eigentlich denken können, daß das nicht ganz grundlos war...

Soweit haben wir aber nicht gedacht...
Stefan macht unser Quartier klar
Zumindest wollten wir jedoch etwas früher starten, nicht erst um zehn Uhr wir bisher. Und, man glaubt es kaum, wir haben es auch tatsächlich geschafft, kurz vor neun Uhr fertig zu sein.

Stefan rief noch schnell bei Rifugio Allavena an und reservierte unsere Betten...
Ein letztes Foto der Otto
Drei Gemsen verabschieden ihren vierten Bruder
... ja, und dann mußten wir uns ja noch verabschieden...
Damit war es jedoch leider bald vorbei...

Ganz so schlimm, wie es das Schild vermuten läßt, war es dann aber doch nicht: der Weg war größtenteils schon noch fahrbar und die auf dem Schild angegebenen 3 Std. bis zum Colle Sabbione haben wir zum Glück auch nicht ganz gebraucht.
Noch schnell einen Keks und Schuhewechseln und dann ging's eine gute Stunde zu Fuß steil nach oben...
Die drei Gemsen nahmen Abschied von ihrem vierten Bruder und wir machten ein letztes gemeinsames Gruppenfoto.

Dann, Punkt neun, rollte Frank 2 zu den Schlägen der Kirchturmuhr ganz entspannt ins Tal zu seinem Zug und wir auf der zunächst durchaus noch gut fahrbaren Schotterstraße gen Talschluß.
Auf dem Weg zum Talschluß
Ende der Fahrstraße
Zunächst noch im Talgrund wildromatisch neben einem kleinen Bach entlang...
Auf dem Weg zum Talschluß
Auf dem Weg zum Talschluß
Auf dem Weg zum Talschluß
Kurze Pause vor dem Anstieg
Auf dem Weg zum Talschluß
Auf dem Weg zum Talschluß
Auf dem Weg zum Talschluß
... schlängelte sich der Weg später über Almwiesen immer auf der rechten Talseite entlang bis zum Talschluß.
... unterbrochen nur von einer kleinen Pause am malerischen Lago della Vaca kurz unterhalb des Passes.
Anstieg zum Colle Sabbione
Anstieg zum Colle Sabbione
Anstieg zum Colle Sabbione
Lago della Vaca
Zwischenstopp am Lago della Vaca
Steinbrücke am Lago della Vaca
Steinbrücke am Lago della Vaca
Bei einer so verführerischen Steinbrücke (ganz rechts im Bild rechts) kann Sandra natürlich nicht widerstehen - soviel Zeit muß sein...
Anstieg zum Colle Sabbione
Anstieg zum Colle Sabbione
Als Belohnung für die Schufterei gab's dann vom Colle Sabbione (2330m) hinunter eine wunderbare, gut fahrbare Trailabfahrt über Almwiesen und am Hang entlang, die an der Tendastraße mündet, auf der wir mühelos bis zum Tendapaß rollten.
Tendastraße zum Tendapaß
Tendasüdrampe nach Limonetto
Hier wäre die "offizielle" Etappe zuende gewesen. Achim Zahn fährt vom Tendapass über einen Trail ins Tal ab bis Limonetto...
Wir indes steuerten mit mittlerweile knurrendem Magen am Fort Centrale, einer gut erhaltenen Festung aus dem 18. Jh, vorbei geradewegs auf das kurz dahinter liegende Restaurant Le Marmotte zu und stürmten hinein.

Wir orderten 7x Pasta und 7x Café. Beides bitte gleichzeitig, also nicht den Café erst nach der Pasta. Hochgezogene Augenbraue und überdeutlicher "Wieder diese Deutschen"-Blick.

Da habe ich mich dann doch dazu bemüßigt gefühlt, erklärend hinzuzufügen, daß wir heute noch bis zum Rifugio Allavena wollen.

Sie zögert kurz, sieht auf ihre Uhr und verschwindet. Drei Minuten später war der Café da und nach nochmal zwei Minuten die Nudeln...
Chalet Le Marmotte
... und am nächsten Tag über die sog. Tenda-Südrampe mit ihren 48 Kehren wieder nach oben...
Frisch gestärkt flogen wir danach die Kehren zum Colle Boaire nur so hinauf.

Die Route folgt der Ligurischen Grenzkammstraße, die Mussolini zwischen den beiden Weltkriegen errichten ließ, nun knappe 20 km und das erste Stückchen ist die Piste auch noch recht gut, so daß man die absolut grandiosen Rundblicke ungetrübt genießen kann...
Auffahrt zum Colle Boaire
Ligurische Grenzkammstraße
Ligurische Grenzkammstraße
Ligurische Grenzkammstraße
Am ehesten kann man das vielleicht noch mit den ganz alten Karrenwegen in den bayerischen Alpen vergleichen, nur daß die Steine noch größer, noch spitzer und auf jeden Fall deutlich unregelmäßiger sind.

Wenn es hochgeht, kämpft man, wenn es runtergeht, wird man gnadenlos durchgeschüttelt.
... und das sollte man auch tun, denn schon sehr bald beginnt das Geholpere:
Ligurische Grenzkammstraße
Ligurische Grenzkammstraße
Ligurische Grenzkammstraße
Ligurische Grenzkammstraße
Ligurische Grenzkammstraße
Ligurische Grenzkammstraße
Und nicht nur, daß das zermürbt, es kostet auch Zeit ohne Ende.

Die Strecke zieht sich wie Kaugummi und einzig die nach wie vor traumhafte Aussicht tröstet einen darüber hinweg, daß sich der Kilometerzähler nur im Zeitlupentempo bewegt.
Kurz nach dem Colle dei Signori beim Rifugio Don Barbara, das entgegen anderslautender Informationen geöffnet hatte, füllten wir schnell unsere Trinkflaschen wieder auf, dann hoppelten wir weiter.
Ligurische Grenzkammstraße
Ab dem Passo Tonarello wurde die Straße langsam wieder besser und wir konnten endlich wieder ordentlich Gas geben, was auch wirklich nötig war, denn in dem am Morgen gemachten Zeitplan waren wir schon lange nicht mehr.

Aber im August ist es ja schön lange hell und nach knapp zwölf Stunden Fahrt rollten wir am leider unbewirtschafteten Rifugio Monte Grai vorbei, um dann nach halsbrecherischer Abfahrt um Punkt 21 Uhr das Rifugio Allavena zu erreichen.

Fazit: Ohne jede Panne, mit ganz wenig Pausen und dem mit Abstand schnellsten Mittagessen dieser Tour haben wir tatsächlich die zwei Etappen an einem Tag geschafft - empfehlen kann man das aber wohl guten Gewissens niemandem, denn wenn nur eine Kleinigkeit schief geht, wird's eng...
Das Rifugio Allavena ist eine einfach Berghütte mit ebenfalls einfachen, aber sauberen Lagern. Das Essen ist in Ordnung und ausreichend. Mit 50 Euro für die Halbpension + 2 Euro Duschmarken war es nicht gerade die günstige Unterkunft, aber weit und breit die einzige, da fragt man nicht lange...
Rifugion Allavena
Tel.: +39.0184.241155

http://www.caibordighera.it/Rifugio%20Franco%20Allavena.htm
 
7. Etappe - Kartenansicht der eigentlich geplanten Strecke
8. Etappe - Kartenansicht der eigentlich geplanten Strecke
An unserem achten Tag sind wir zwei der "offiziellen" Achim-Zahn-Etappen gefahren, deshalb hier auch zwei Tracks:

        WestalpenX_08a_TrinitaColTendaLimonetto.gpx

        WestalpenX_08b_LimonettoLigurischerGrenzkammRifAllavena.gpx

Der Track 08a enthält die Abfahrt vom Tendapaß runter nach Limonetto zum dortigen Posto Tappa, die laut Achim Zahn ein Schotterweg durchs Skigebiet ist, der in den Karten nicht dargestellt sei (was zutrifft). Deshalb ist sie hier mehr oder weniger "freihändig" ab dem Colle di Tenda als direkte Linie nach unten eingezeichnet - der Track bietet hier also nur einen Anhaltspunkt... 

Am nächsten Morgen geht's dann in Track 08b über die Tenda-Südrampe wieder hoch zur Paßhöhe.

Unmittelbar ansehen und auch in viele andere Formate exportieren könnt Ihr die beiden Tracks unter:

        http://www.gpsies.com/map.do?fileId=hoicsqhjyysyssqw

        http://www.gpsies.com/map.do?fileId=mnstynuaelicpvgd
Den Gesamttrack findet Ihr auf der Etappenübersichtsseite.
für die Karte zur 7. Etappe in voller Auflösung hier klicken
7. Etappe - Topographische Karte
8. Etappe - Topographische Karte
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